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Wir lassen es uns gut gehen in Bulgarien

Nach der strapaziösen Nacht im “Direktzug” von Istanbul frühstückten wir im ersten Café in Plowdiw und nahmen dann den Bus zu unserer Unterkunft. Weil Samuel Geburtstag hatte und weil ein Doppelzimmer im Hostel gleich viel gekostet hätte, verbrachten wir zwei Nächte im 4 Stern Hotel. Dort genossen wir die Stille, das grosse Badezimmer, die Velos vom Hotel, das Zmorgenbuffet, das Schwimmbecken. Und wir fanden auch noch Zeit in der Stadt zu spazieren und die römischen Überreste zu besichtigen.

In Kaschgar in China hatten wir Rebecca getroffen, sie hatte uns vom UFO in Bulgarien erzählt, und dass wir unbedingt dorthin gehen sollten, wenn wir Zeit hätten. Eine kurze Recherche ergab, dass es sich beim UFO um ein Relikt der sozialistischen Vergangenheit Bulgariens handelt. Das Monument wurde erstellt zu Ehren von Dimitar Blagoev und der Gründung der bulgarischen sozialdemokratischen Arbeiterpartei (der Vorgängerin der kommunistischen Partei) 1891. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zerfällt das riesige Betonufo nach und nach.
Die Ruine zieht jedoch ab und zu Touristen wie uns an.
Dank der Hilfe eines in Bulgarien gestrandeten Nordiren wagten wir uns durch eine schmale Öffnung in das Innere dieses unglaublichen Monuments.

Die letzte Nacht in Bulgarien verbrachten wir im malerischen Städtchen Veliko Tarnovo. Gerne kommen wir nach Bulgarien zurück, es waren sehr schöne fünf Tage, die wir dort verbringen durften.

Frage an Radio Eriwan

Eriwan oder Jerewan, die Hauptstadt Armeniens, kam bei uns während des kalten Krieges durch die  Radio Eriwan Witze, die sich über das sowjetische System und den ganzen Rest lustig machten zu einer gewissen Bekanntheit . Daher hier als Tribut:

Frage an Radio Eriwan:
Kann man das Fussball WM Finale zwischen Argentinien und Deutschland auf Grossbildschirm im Park zusammen mit Hunderten Armeniern fertig schauen?

Antwort:
Im Prinzip Ja. Ausser man muss nach der regulären Spielzeit wegen des Bierkonsums so dringend aufs WC, dass man zurück zum Hostel geht und dort gleich einschläft und somit das entscheidende Tor verpasst. Übrigens haben die Deutschen 1:0 gewonnen und sind jetzt Fussballweltmeister, für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben.

Beim Fussball geht es darum mit den Füssen einen Ball in ein rechteckiges Netz zu befördern.
Beim Fussball geht es darum mit den Füssen einen Ball in ein rechteckiges Netz zu befördern, haben wir gelernt.
Fussballschauen-selfie
begeistertes Fussballschauen-selfie; Bier trinken und auf dem Gras hocken Olé Olé Olé

Frage an Radio Eriwan:
Wäre das “Cascade” (eine riesige Treppe,  die vom Stadtzentrum zum Monument 50 Jahre armenische Sowjetrepulik führt) fertig gebaut worden, wenn die Sowjetunion ein paar Jahre länger überlebt hätte?

Antwort:
Im Prinzip ja. Möglicherweise hätte das Cascade selbst dann aber nicht allzu lange überlebt auf Grund der Betonqualität.

Steht seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion still: Baustelle
Steht seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion still: Baustelle inkl. Kräne

Frage an Radio Eriwan:
Ist die MiG neben der Mutter Armenien Statue noch flugtauglich?

Antwort:
Im Prinzip ja. Die Startphase würde jedoch möglicherweise dadurch behindert, dass die rundherum parkierten Ladas Startschwierigkeiten haben, um der MiG Platz zu machen.

Frage an Radio Eriwn:
Wären die Armenier auch moderne Kunst Liebhaber geworden, wenn es die Sowjetunion nicht gegeben hätte?

Antwort:
Im Prinzip nein. Wäre das Cascade nicht gebaut worden, hätte es ja keinen Platz für Löwen aus Autopneus.

Frage an Radio Eriwan:
Gab es während der Sowjetunion eine klare Sicht auf den Berg Ararat?

Antwort:
Im Prinzip Ja. Zum Erhalt der guten Luftqualität wurde in weiser Voraussicht von der kommunistischen Partei die Lada-Produktion beschränkt, sodass weniger Abgase entstehen konnten.

wenn man ganz genau hinschaut: hinten der Berg Ararat
wenn man ganz genau hinschaut: hinten der Berg Ararat

Frage an Radio Eriwan:
Gelten in Armenien dieselben Sicherheitsvorschriften bei Bauarbeiten wie in Westeuropa?

Antwort:
Im Prinzip Ja.

Frage an Radio Eriwan:
Ist es möglich gleichzeitig Bier zu trinken und zu schaukeln?

Antwort:
Im Prinzip Ja. Man muss allerdings darauf achten, dass vor lauter Schaukeln das Bier nicht aus Versehen umkippt.

Frage an Radio Eriwan:
Ist der Fussgängertunnel der beste Weg um vom Stadtzentrum zur Schlucht  des Hrasdan Flusses zu kommen?

Antwort:
Im Prinzip ja. Aber es ist wahrscheinlich nicht der schönste Weg zur Kindereisenbahn entlang des Flusses.

Frage an Radio Eriwan:
Ist es einfach in der Hauptstadt Armeniens ein bezahlbares Doppelzimmer zu Tourismisierzwecken während der Hauptsaison  zu finden?

Antwort:
Im Prinzip ja. Man muss jedoch darauf vorbereitet sein jeden Tag das Hostel zu wechseln, wenn man nicht im Voraus reserviert hat.

Zimmer Nummer 1 & 3
Zimmer Nummer 1 & 3
Zimmer Nummer 2
Zimmer Nummer 2

Frage an Radio Eriwan:
Ist es möglich einen Reiseblog auf aktuellem Stand zu halten?

Antwort:
Im Prinzip ja. Ausser es handelt sich um kreuzundquer.1983.ch und man heisst Samuel oder Nathalie.

In diesem Sinne: Liebe Grüsse aus Plovdiv in Bulgarien 🙂

 

Endlich ohne Kopftuch Bier trinken in Goris

Nach drei Wochen Rüeblisaft mit Safranglace und alkoholfreiem Bier mit Pfirsichgeschmack überschritten wir die Grenze zu Armenien. Im ersten Dorf nach der Grenze deckten wir uns gleich mit Bier ein, entsorgten diskret die Schariakleidung und betranken uns zmidst im Nachmittag mit 3dl Bier. So blau schafften wir es gerade noch knapp ein Taxi zu organisieren, das uns nach Goris fuhr (der einzige Bus fährt um 8 Uhr morgens). Die Strasse führte über unzählige Haarnadelkurven der Grenze zu Aserbaidschan entlang, vorbei an Gold- und Kupferminen (ша́хта) ins Bergstädtchen Goris.

An Goris ist der Karabachkrieg nicht spurlos vorbei gegangen. Unsere Gastgeberin Nadja erzählte uns von diesen schrecklichen Jahren von 1992 bis zum Waffenstillstand 1994, als auch in Goris viele Flüchtlinge wohnten, zum Teil in prekären Verhältnissen. Die Region Bergkarabach war zwar während der Sowjetunion Teil der Asberbaidschanischen Sowjetrepublik, aber eine autonome Region in der mehrheitlich (Dreiviertel der Bevölkerung) ethnische Armenier lebten. Schon mehrmals während der Sowjetunion wurden seitens Bergkarabach erfolglose Anstrengungen unternommen, die Unabhängigkeit bzw. den Anschluss an Armenien zu erlangen. Der Zusammenbruch der Sowjetunion liess diesen Konflikt eskalieren. Seit nun 20 Jahren besteht ein Waffenstillstand aber es wurde bisher kein Friedensvertrag unterschrieben und sowohl Armenien als auch Aserbaidschan und Bergkarabach zeigen sich nicht wirklich kompromissbereit um eine für alle zufriedenstellende Lösung zu erreichen. So kam es 2008 erneut zu Reibereien an der Grenze und 20’000 armenische Soldaten “sichern” die Grenze zu Aserbaidschan in Bergkarabach.
Armenien ist in punkto Diplomatie ein Phänomen und unterhält sowohl zum Iran, zu den USA und zu Russland ausgezeichnete Beziehungen, die Grenzen zu Aserbaidschan und der Türkei sind jedoch geschlossen. Die guten Beziehungen zu Russland konnten wir gleich am Grenzübergang vom Iran nach Armenien erfahren – wir wurden von russischen Beamten kontrolliert.
Von Goris aus führt eine Strasse nach Stepanakert in Bergkarabach, die einzige Strasse, die auch von ausländischen Touristen benutzt werden kann. Wir blieben jedoch schön brav auf der armenischen Seite.

Von Goris aus sind es nur einige Kilometer bis zur einzigen spektakulärsten Seilbahn Armeniens – der Wings of Tatev Seilbahn. Durch den Blog von Dania und Martin ist diese Seilbahn in unseren Bekanntenkreisen schon zur Berühmtheit geworden, daher müssen wir nicht noch einmal betonen, dass diese mit ein wenig Schweizer Beteiligung gebaut wurde.  Auch wir wagten es, “die längste, in einer Sektion mit durchgehendem Tragseil ausgeführte Pendelbahn der Welt” (Zitat Wikipedia) zu nehmen. Auf der anderen Seite der Worotan  Schlucht angekommen gingen wir das spektakuläre Kloster Tatev besichtigen. Die Zellen, deren Fenster direkt auf die Schlucht gehen, erinnerten uns ein wenig an das hier. Das Kloster wurde im 9. Jahrhundert erbaut und entwickelte sich zu einer wichtigen Universität im Armenien des Mittelalters. Im 10. Jahrhundert wohnten gar 1000 Menschen in der Klosteranlage (heute sind es nur noch eine Handvoll).

Vom Kloster aus wanderten wir hinunter in die Schlucht, wo es eine mit Gras überwachsene Klosterruine zu entdecken gab. Da zu diesem Ort keine bequeme Strasse oder Seilbahn führt, hatten wir den Abenteuerspielplatz ganz für uns. Nach diesem romantischen Abstecher wanderten wir dem überwucherten Weg der Schlucht entlang bis zur “Satans-Brücke”. Nadja, unsere Gastgeberin in Goris, hatte uns erklärt dass die Satansbrücke aus einem grossen Fels besteht, der in der engen Schlucht stecken blieb. Heute führt eine Strasse über den Fels. Was uns Nadja auch erzählte, war dass es gleich bei der Satansbrücke zwei Wasserbecken gibt, in welchen es sich baden lässt. Nur ist anscheinend radioaktives Radon im Wasser gelöst, sodass man nicht länger als 15 Minuten drin bleiben soll – aber es sei gesund für die Knochen! Als wir die dreckigen Pfützen sahen, begnügten wir uns mir einer kleinen Bestrahlungskur unserer Füsse und liessen es nach zwei drei Minuten sein – gesund oder nicht. Im Aufstieg auf der anderen Seite der Schlucht erwischte uns das schon lange angekündigte Gewitter überraschte uns ein Gewitter. Ein nettes russisches Pärchen nahm uns freundlicherweise in ihrem Mietwagen bis zum nächsten Café mit. Danke viel Mal!

Weil es uns in Goris so gut pässelte, beschlossen wir einen Tag lang die Umgebung zu erkunden und erst später nach Eriwan, der Hauptstadt Armeniens, weiterzureisen. So wanderten wir am nächsten Tag ganz romantisch der Hauptstrasse entlang mit rauchenden Ladas und uralten den Berg hinauf schnaufenden Kamaz Lastwagen bis nach Chndsoresk.  In diesem Dörfchen lebten die Leute zum Teil bis in die 1980er Jahre in Höhlen, die in den Fels gehauen wurden. Während des Karabach-Krieges flüchteten die Menschen erneut in die Höhlen, um sich vor Bomben zu schützen – denn das Dorf liegt nur fünf Kilometer von der Grenze entfernt.

Schliesslich war es an der Zeit sich von Nadja zu verabschieden und in ein Sammeltaxi Richtung Eriwan zu steigen.

 

1/2

Wer zur Zeit aufmerksam unseren ständig aktualisierten Masterplan studiert, sieht dass wir nicht mehr in Kirgistan sind, sondern im Iran. Genauer gesagt in Shiraz.

Wir sind weniger als 500km von Doha entfernt, wo wir auf unserem Flug nach Singapur eine Zwischenlandung eingelegt haben.

Der Plan - 29.6.2014
Der Plan – 29.6.2014

Schockierenderweise haben wir erst die halbe Strecke unserer Heimreise hinter uns!

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Die Panik hält sich in Grenzen

chinesische Wasserveredelung

In China sollte man nicht das Leitungswasser trinken wenn man gewisse körperliche Unannehmlichkeiten verhindern möchte. Dies ist Angesichts des Zustandes der meisten sanitären Anlagen sehr zu empfehlen.

Die Chinesen kochen vor dem Trinken das Wasser ab und meist trinken sie es heiss (Kaltes zu trinken gilt hier als ungesund, leider wird meist sogar das Bier ungekühlt serviert). Zudem sind Wasserspender mit 10l Tanks weitverbreitet. Auch in vielen Wohnungen befinden sich solche. Nun ist Mineralwasser ein Vielfaches teuerer als Hahnenwasser (hier nicht anders als bei uns). Eine innovative Firma hat hier eine Marktlücke entdeckt und stellt folgende Automaten auf:

Wasseraufbereitungsautomat- sehr vertrauenswürdig
Wasseraufbereitungsautomat- sehr vertrauenswürdig

Für 3 Geld kann man seine zehn Liter Hahnenwasser in gesündestes Trinkwasser umwandeln.

Wasseraufbereitung - einfach dargestellt
Wasseraufbereitung – einfach dargestellt

Wir stellen uns das Innere des Automaten in etwa so vor. Unsere Experimentierfreude kennt Grenzen und so begnügen wir uns mit Mineralwasser aus der Flasche…

 

Strom auf asiatisch

Seit wir in Singapur gelandet sind, ist uns aufgefallen, dass Asiaten riesige Smartphones mögen. Dies bringt jedoch zwei Nachteile mit sich:

  • Erstens es sieht dämlich aus beim Telefonieren (leider, leider finde ich gerade kein passendes Foto dazu, aber ihr könnt es euch ja vorstellen)
  • Zweitens der Akku reicht nicht für einen ganzen Tag (riesiger Bildschirm, 1397 Facebook-Freunde, denen man alle 2 min etwas Neues schicken muss, Problem: bekannt!)

Die Lösung zum ersten Problem: Headset oder einfach ein bisschen blöd aussehen beim Telefonieren (geht auch).

Auch zum zweiten Problem gibt es eine Lösung und die heisst: Power Bank. Warum sich dies bei uns (noch?) nicht durchgesetzt hat, ist uns ein Rätsel. Vielleicht nur damit alle Leute beim Openair St.Gallen am Swisscom Stand Schlange stehen können (Symbollink, geht auch in die Ostschweiz)?

Wie dem auch sei, wir beide – Besitzer von Smartphones – haben auch Erfahrungen mit Akkuengpässen machen dürfen. Wie soll man nur 24 Stunden im Zug mit einer einzigen Akkuladung überleben? Uf jeden Fall hat uns diese Variante mit portablem Zusatzakku vollkommen überzeugt und so sind wir seit ein paar Tagen stolze Besitzer einer  Hello Kitty Power Bank. Für uns das beste Souvenir aus der Gegend dieser Spielwarenläden.

Souvenir aus Asien
Souvenir aus Asien