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Sapalott

Sapa war die definitiv letzte Station auf unserer Süd-Nord-Reise durch Vietnam. In den Bergen des Hoàng Liên Sơn Gebirges trennten uns nur noch wenige Kilometer von der chinesischen Grenze. Die Region um Sapa ist die Heimat von mehreren ethnischen Minderheiten, welche in abgeschiedenen Bergtälern ihre einzigartige Kultur bewahrt haben. Die verschiedenen Volksgruppen sind in teils nur wenige Kilometer entfernten Dörfern zu Hause, und haben sich trotzdem über Jahrhunderte kaum vermischt.
Das Städtchen Sapa dient der Region als Markt- und Handelsplatz, und ist bekannt für sein spektakuläres Bergpanorama und die malerischen Reisterrassen. Bereits während der französischen Zeit war Sapa bei den Kolonialherren als Erholungsort beliebt, wohl auch wegen dem etwas kühleren Klima.

Auch wir wollten für einige Tage die frische Bergluft geniessen, unsere trägen Knochen beim Wandern mal wieder etwas bewegen, uns seriös auf die Einreise nach China vorbereiten, und einige noch ausstehende Blogartikel fertigschreiben (Was wir nicht wirklich geschafft haben).

Das Highlight unseres Aufenthaltes war eine Wanderung mit zwei einheimischen “Hmong” Frauelis, welche uns auf eine abenteuerliche Wanderung in ihr Dorf mitgeschleppt und uns zum Mittagessen mit viel Reisschnaps eingeladen haben. Der Deal bestand darin, dass wir von ihnen im Gegenzug zwei handgemachte und bestickte Täschli abkauften. Im Nachhinein eine unvergessliche Erfahrung!

Viel mehr gibt es über Sapa nicht zu schreiben, und wir lassen hiermit die Bilder sprechen:

Ursprünglich bestand unser Reiseplan darin, von Sapa wieder zurück nach Hanoi zu fahren, und von Dort per Zug nach China einzureisen, ostwärts in Richtung Nanning. In Lau Cai, nicht weit von Sapa gibt es ebenfalls einen Grenzübergang nach China. Da wir viel Interessantes über Yunnan, die chinesische Provinz nördlich von Vietnam gelesen haben, beschlossen wir kurzerhand, dort etwas Zeit zu verbringen und Kunming als unsere erste Destination in China anzupeilen.

Halong – Felsen im Wasser

Die berühmteste Touristenattraktion Vietnams ist die Halong Bucht. Sie befindet sich 150 km nordöstlich von Hanoi und so werden tagtäglich Tausende Touristen in klimatisierten Minibussen hin und her chauffiert. Auch das Internet meinte wir sollten uns dies nicht entgehen lassen und so buchten wir eine zweitägige Tour mit Übernachtung auf dem Schiff, was anscheinend auch alle anderen Touristen machen. Aus Sicherheitsgründen (ja wir werden alt) buchten wir nicht die billigste Tour,  da deren Veranstalter nach einem Schiffsunglück mit elf Toten 2011 den Namen geändert hat.

Die Fahrt ging per Bus zunächst zu einer Werkstatt, wo die behinderten Opfer des Vietnamkrieges Souvenirs für uns Touristen herstellen, die man dort gleich kaufen kann. Diese Abstecher sind anscheinend bei allen grösseren Touristenattraktionen in Vietnam ein (staatlich verordnetes?) Muss. Schweren Herzens verzichteten wir aus logistischen Gründen darauf eine 1.5 m grosse Delfin Statue für 3’000.- CHF zu erstehen (vielleicht haben wir auch einfach den Versandservice in die Schweiz für 300.- CHF übersehen – wie dumm!). Dafür wurden wir von vietnamesischen Oberstufenschülern zu einem Fotoshooting gebeten:

say cheeeeeese
say cheeeeeese und *nathalieamarmpack*

Nach vier Stunden Ruckelstrasse (zur Zeit in Bau, daher sehr holprig) erreichten wir schliesslich die Halong Bucht.

Dort schifften wir ein auf die Fantasea (wie Fantasievoll!). Bezogen unsere Kabinen (das bisher luxuriöseste Zimmer unserer Reise) und tuckerlten los zu den berühmten Felsen im Meer.

Irgendwie kam uns alles ein bisschen bekannt vor, da wir ähnliche Felsformation schon da und da gesehen haben. Einmalig waren jedoch die Stalagmiten in der einen Höhle, in der wir waren:

Höhle Nr. 5 auf unserer Reise
Höhle Nr. 5 auf unserer Reise
Ja es sieht wirklich so aus
Ja es sieht wirklich so aus

Auch konnten wir nach Sonnenuntergang mit dem Kanu durch eine Höhle in eine kleine Bucht paddeln, wo wir wilde Affen sahen und die Ruhe genossen, vor allem aber im Dunkeln leuchtende Algen sahen, die bei Bewegung des Wassers zu glühen begannen.

Der ganze Ausflug war definitv sein Geld wert, auch wenn man in der Bucht alle Touristen, die gerade in Vietnam sind trifft. Um euch einen Eindruck davon zu geben haben wir hier die schönsten Bilder für euch zusammengestellt.

Noch eines bleibt anzumerken, wer die Fotos oben betrachtet hat, bemerkt vielleicht, dass alle Schiffe weiss angemalt wurden. Dies ist kein Zufall, irgend ein begabter Bürokrat hat sich nämlich zusammengereimt, dass die meisten Touristen aus dem Westen weisse Kreuzfahrtschiffe kennen. Daher würden noch mehr in die Halongbucht kommen, wenn dort alle Holzschiffe weiss angemalt werden. Jetzt kriegen nur noch diejenigen eine Betriebsbewilligung als Touristenschiff, die ihr Boot weiss anmalen. Fairerweise muss man noch dazu sagen, dass die Farbe nur in den wenigsten Fällen die grösste Verunstaltung der traditionellen Dschunken darstellt.

Wer es bis hier hin geschafft hat mit herunterscrollen hat sich diesen Anblick verdient:

Halong Bucht Paronama
Halong Bucht Paronama

Nach all diesen Felsen sehnten wir uns nach noch grösseren Felsen und nahmen gleich den Zug zu unserer letzten Station in Vietnam – Sapa.

 

Hoi Hanoi

Soviel Weltkultur führte dazu, dass wir uns nach ein bisschen mehr Alltagsleben sehnten. Bisher hatten sich die vietnamesischen Züge bewährt – so auch dieses Mal. Nach 14 Stunden Fahrt ruckelte unser Zug gegen Mittag in Hanoi ein. Weil wir bisher fast keine Fotos von vietnamesischen Zügen hochgeladen haben, hier noch ein paar:

Die grösste Sehenswürdigkeit von Hanoi ist wahrscheinlich Hồ Chí Minh himself. Das Mausoleum ist nur morgens geöffnet und man wird in perfekt organisierter sozialistischer Manier am einbalsamierten Präsidenten vorbeigeschleust. Anschliessend kann das Wohnhaus Hồ Chí Minhs und das ihm gewidmete Museum besichtigt werden, was wir selbstverständlich getan haben.

Die Heldentaten Hồ Chí Minhs weckten in uns den Hunger und so setzten wir uns in ein Strassenkaffee und assen Nudeln. Dort gesellten sich Tony und Mai zu uns. Tony lebt in Hanoi und führt als Hobby über Couchsurfing Touristen durch seine Stadt. Mai kommt aus Bangkok hat dort ihr Zahnarzt Studium gerade abgeschlossen und reiste für zwei Wochen in Vietnam. Zu viert gingen wir durch den Literaturtempel Văn Miếu. Tony erzählte uns, dass viele Studenten hierher kommen, um vor Prüfungen den Kopf der Schildkröten zu berühren (diese steht für Weisheit). Prompt trafen wir auf solche Studenten und machten mit ihnen einige Fotos.

Später empfahl uns Tony das Museum der vietnamesischen Frauen, dort lernten wir einiges über das Alltagsleben der Vietnamesen (im Grossen und Ganzen arbeiten die Frauen und die Männer trinken Kaffee und schauen ihren Frauen z. B. beim mauern zu). Auch über die ethnische Vielfalt Vietnams lernten wir einiges mehr. Dank Tony und Mai haben wir vieles gesehen und gehört, was wir sonst nie erfahren hätten- Danke viel Mal.

Auch in Hanoi kann man spazieren und sieht dabei das eine oder andere. Die Stadt hat uns beiden sehr gefallen, auch wenn der Motorradverkehr nicht weniger chaotisch ist als in Saigon.

Nach interessanten zwei Tagen Hanoi, zogen wir weiter zum Touristenmekka  Halong Bucht.

Huế – Weltkulturerbe zum zweiten

Die Bahnstrecke zwischen Da Nang und Hue war nicht nur für die Ferrophilen unter uns ein echtes Highlight. Die Strecke führt über den Hai Van Pass (Wolkenpass), welcher die natürliche Grenze und Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam bildet. Ebenso bedeutsam ist und war der Pass auch in strategischer Hinsicht, wovon diverse Bunkerruinen aus dem Indochina- und dem Vietnamkrieg zeugen (In Vietnam werden die beiden Kriege natürlich anders genannt: französischer Krieg und amerikanischer Krieg).
Im Holzbank-Rumpelzug legten wir die spektakulären 100km in drei Stunden zurück.

Holzklasse: Nathalie ist stolz auf ihr Billet
Holzklasse: Nathalie ist stolz auf ihr Billet
Spektakuläre Fahrt im Rumpelzug
Spektakuläre Fahrt im Rumpelzug

Wie schon gesagt hatten wir die Wetterscheide zu Nordvietnam passiert, und wurden in Hue von nasskaltem Wetter überrascht. Nieselregen, grauer Himmel und 20°C fühlen sich nach zwei Monaten Hochsommer überraschenderweise nicht als erfrischende Abwechslung an, sondern wie tiefste Novemberdepression in der Schweiz.

Endlich konnten wir mal unsere mitgeschleppten Regenjacken testen.
Endlich konnten wir mal unsere mitgeschleppten Regenjacken testen.

Glücklicherweise hörte der Regen schon bald auf, und auch das Thermometer kletterte langsam wieder, so dass wir die Stadt erkunden konnten.

Huế war 1802 bis 1945 Hauptstadt von Vietnam. Die kaiserliche Residenz bestand aus einer “Verbotenen Stadt” nach dem Vorbild in Peking. Die Grenze zwischen Nord- und Südvietnam verlief wenige Kilometer nördlich der Stadt. Im Vietnamkrieg erlebte diese Region schwerste Kämpfe, wobei auch ein Grossteil der historischen Stadt Huế zerstört wurde.

Die (dank Ticket) für uns nicht mehr verbotene Stadt
Die (dank Ticket) für uns nicht mehr verbotene Stadt

Da sich das Wetter weiter besserte, mieteten wir uns in den kommenden Tagen mal wieder zwei Drahtesel, um die Umgebung der Stadt zu erkunden. Die Grabstätten diverser Kaiser liegen in fahrradbarer Distanz zur Stadt, meist in malerischen kleinen und grösseren Parks, welche den Krieg zumeist unbeschadet überlebt haben. Auch  ein buddhistisches Kloster haben wir besucht, welches in den sechziger Jahren traurige Berühmtheit erlangte, als “Brutstätte” des Protestes von Mönchen gegen die Unterdrückung des Buddhismus.

Miooor sind mitem Velooo dooo
Miooor sind mitem Velooo dooo
Die Grabwächter des Kaisers
Die Grabwächter des Kaisers

Da sich bei uns eine leichte Weltkulturerbe-Müdigkeit (teilweise auch schlicht Vietnam-Müdigkeit, fälschlicherweise sogar verwechselt mit Reise-Müdigkeit – dazu in einem späteren Artikel mehr) einstellte, freuten wir uns auf eine geruhsame und luxuriöse Nachtzugfahrt nach Hanoi!

Bildstrecke: Huế

Hội An – Weltkulturerbe zum ersten

Die erste Zugfahrt unserer Reise sollte uns vom Russenstrand Mũi Né über Nacht komfortabel nach Đà Nẵng führen. Mangels freien Plätzen haben wir nur die zweitbeste Schlafwagenklasse gebucht: Zwei mal drei Betten übereinander in einem geschlossenen Abteil. Wie erwartet eine eher enge Angelegenheit, zumal noch Unmengen Gepäck und zwei Kleinkinder zu den sechs Passagieren dazu kamen.

Trick: Im obersten Bett kann man die Füsse ins Gepäckabteil auslagern und sich fast ganz ausstrecken!
Trick: Im obersten Bett kann man die Füsse ins Gepäckabteil auslagern und sich fast ganz ausstrecken!

Im Zug stellten wir fest, dass unsere Tickets die einzigen waren, die mit Plastikfolie überzogen und einem eher sinnlosen Hinweis versehen waren.

Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus: Der Reiseveranstalter der uns die beiden Tickets verkauft hat, hat sich eine fürstliche Buchungsgebühr gegönnt, und hatte offenbar keine Lust die Höhe dieses Betrags mit uns zu diskutieren. Für den Aufpreis hätten wir die 30km zum Bahnhof per Taxi zurücklegen, das Ticket am Bahnhof kaufen, und hinterher in einem überteuerten Touri-Restaurant fein Essen und uns ziemlich betrinken können. Wir finden: Für die gekonnte Bastelarbeit und unsere Dummheit hat er seine Dollars und wir unser Lehrgeld verdient.

Nach der Ankunft in Đà Nẵng ging’s direkt weiter nach Hội An. Ein malerisches Städtchen mit grosser Vergangenheit als Handelsstützpunkt der Seidenstrasse, leidet heute unter dem zweifelhaften Segen des UNESCO Weltkulturerbes: Millionen von Touristen aus aller Welt. Die lokale Besonderheit: Man kann sich innerhalb von wenigen Tagen Kleider und Anzüge auf Mass Schneidern lassen. Einige hundert Schneidergeschäfte lockern die endlosen Reihen der Souvenirläden auf, buhlen aber nicht weniger penetrant um die Gunst des Touristen. “Helloo siirmadaam YOUBAISOMSIIIING?” – Der immergleiche Spruch tönt hinter dem immergleichen Ramsch hervor, egal wie desinteressiert man daran vorbeischlendert.

Abends konnte man einem Filmteam bei der Arbeit zuschauen. Soviel wir mitgekriegt haben wird es ein TV-Drama fürs vietnamesische Publikum, das in den 1940ern spielt. Eine besonders dramatische Szene haben wir aus unserer Perspektive gleich mitgefilmt: Um dem Rummel zu entfliehen mieteten wir uns zwei Velos um damit zum Strand zu fahren, der sich nur wenige Kilometer vom Städtchen entfernt ausbreitet. Dort galt es zuerst, die lokale Veloparkplatz-Mafia zu überlisten: älteren Damen die aus dem Nichts auftauchen sobald man irgendwo seinen Veloständer betätigt, und “Parking Manii” in Endlosschlaufe rufen. Danach konnten wir in Ruhe die Bauruinen geplanter Luxusresorts und die ruinierten Luxuskörper der in der Sonne bratenden russischen Touristen bewundern.

Strand, Bauruine, russische Touristin (Symbolbild)
Strand, Bauruine, russische Touristin (Symbolbild)

Der Frühaufsteher in unserer Reisegruppe unternahm am nächsten Tag einen Frühaufsteherspaziergang, und fand ein wunderbares Städtchen mit viel einheimischem Leben vor.

Was uns ebenfalls wieder ein bisschen mit Hội An versöhnte, war eine Velotour zu den umliegenden Dörfern, welche von einer lokalen Studentin geführt wurde, gratis und nur um ihr Englisch an uns Touristen zu üben.

Von Hội An führte uns die Reise zuerst zurück nach Đà Nẵng, der drittgrössten Stadt von Vietnam. Wir genossen es, im täglichen Leben der Stadt zu versinken, nicht mehr an einem Ort zu sein wo alles nur auf Touristen zugeschnitten ist. Wir legten einen ungeplanten Service-Tag ein: Nathalie verbrachte einen Tag im Hotelzimmer und kurierte eine kleine Grippe, Samuel hühnerte in der Stadt herum und suchte einen neuen Akku für unseren Laptop und Batterien für das beknackte Postfinance-Onlinebanking-Grätli (Akku gefunden, Problem nicht behoben – Batterien gefunden, Grätli funktioniert immer noch nicht). Aber Nathalie gings wieder besser!

Mui Ne hemmer xe

Nach Saigon wollte Samuel unbedingtestens Kitesurfen lernen (seither ist er schreibfaul) und informierte sich vorab im Internet. Daher nahmen wir den Bus nach Mui Ne.

für einen Samuel wird es dann doch ein bitzli eng
für einen Samuel wird es dann doch ein bitzli eng
Eine Hälfte von Nathalie hat tiptop Platz im "Sleeper"- Bus
eine Nathalie hat tiptop Platz im “Sleeper”- Bus

Dort verweilten wir ein paar Tage. Während Samuel übte einen Drachen in der  Luft zu behalten, las Nathalie Bücher und schlief und so. Daher gibt es nicht viel zu berichten.

Symbolbild: Kitesurfen (Samuel hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Sonnenbrand)
Symbolbild: Kitesurfen (Samuel hatte zu diesem Zeitpunkt schon einen Sonnenbrand)

Wir Europäer reisen nun schon seit ein paar Jahren – dadurch haben sich gewisse Orte und Stätten als Tourismuszentren herausgebildet. Auch entstanden im Verlauf der Jahre “Gringotrails”,  bestehend aus den Orten, welche alle Backpacker besuchen. So bereist zum Beispiel der typische Rucksacktourist in Thailand folgende Orte: Ko Phangan (Full Moon Party!!), Ko Phiphi (Bucketdrink, The Beach), Bangkok (Khao San Road) und Chiang Mai (Trekking in den Bergen und Besuch der Bergvölker). Alles in allem ergibt dies jeweils ein paar Orte in einem Land, in welchen sich der Tourismus konzentriert.

Nun in der Zwischenzeit sind andere Leute aus anderen Weltteilen auch zu Wohlstand gekommenund können es sich leisten an ferne Strände zu reisen. So zum Beispiel die Russen.

Die Russen pflegen in grossen Reisegruppen zu reisen, wenn möglich von “Pegas” organisiert. So stellen sie sicher, dass alle ihre Wünsche auf russisch erfüllt werden. Sodann werden einzelne Destinationen von diesen Reisegruppen annektiert. So geschehen mit Phuket und so geschehen mit Mui Ne.

Auch die Zeitvertreibe von Russen unterscheiden sich meist von unseren Vorlieben. So stehen Jetski und Allrad auf den Dünen fahren hoch im Kurs. Eigentlich alles was den Anschein von Potenz hat.

Nun ja, wir mögen es etwas subtiler und haben zu Fuss die Dünen erklommen:

Und dazu noch zwei Schoggelis:

Der lange Marsch der Nathalie auf der Düne
Der lange Marsch der Nathalie auf der Düne (bitte draufklicken)
de Samuel gumpt vo de düne (bitte drauf klicken)
de Samuel gumpt vo de düne (bitte drauf klicken)

 

Auch zum Suoi Tien (Feen Fluss) gingen wir zu Fuss und ohne in Versuchung zu kommen dort auf Straussen zu reiten(!). Dort wurden wir wirklich mit einer märchenhaften Umgebung belohnt.

Alles in allem haben wir ein paar nette ruhige Tage in Mui Ne verbracht und es sogar geschafft einmal für den Sonnenaufgang aufzustehen (wir sind nachher wieder schlafen gegangen).

Schliesslich waren wir soweit, dass wir unsere Siebensachen gepackt haben und zum ersten Mal auf dieser Reise den Zug nahmen.

 

Sai Gon oder Ho Chi Minh City oder HCMC

Chau Doc konnte vor allem eines nicht bieten: Bier trinken in einer Bar nach 21:00 Uhr. Also nahmen wir den nächsten Bus nach Saigon.

Saigon hat einen wunderbar romantischen Klang. Nach der Wiedervereinigung von Süd- und Nordvietnam (auch bekannt als Niederlage der Amerikaner im Vietnamkrieg) wurde Saigon zu Ehren des Revolutionärs Ho Chi Minh (oder auch Bac Ho –  Onkel Ho) unbenannt. Das alte Stadtzentrum heisst jedoch weiterhin offiziell Saigon und die ganze Stadt wird im Alltag noch Saigon genannt.

So wackelten wir munter und mit genügend Wasser gerüstet rund um die Innenstadt und stiessen auf den prunkvollen Präsidentenpalast.  In diesem Video ist der Präsidentenpalast 1975 zu sehen. (Leider scheinen hier nicht alle Teile des Internets gleich gut zu funktionieren, daher müsstet ihr den Präsidentenpalast im Filmli selber suchen. Aber auch der ganze Film lohnt sich.)

Der Palast wurde nach der Niederlage Südvietams so beibehalten, auch wenn heute noch zum Teil die Konferenzsäle genutzt werden. Beim Tourismisieren dieses Palastes findet man sich in die Siebziger zurück versetzt.

Nahe am Präsidentenpalast befindet sich die Kathedrale, wo wir prompt in einen vietnamesischen Gottesdienst hineinplatzten… Ungewöhnlich für uns waren (nebst der Sprache) auch die vielen Deckenventilatoren, die dort installiert waren. Leider hat Samuel vergessen die Ventilatoren zu fotografieren, daher hier ein Bild des Pfarrers:

kjhlökjhökj
katholischer Priester (Bischof?) in violett

Während des Krieges hatten die Vietcong in der Nähe von Saigon einen heimlichen Stützpunkt errichtet. Da die Amerikaner mit Hilfe verschiedenster giftiger Chemikalien den ganzen Wald vernichteten, haben die Vietcong halt ein riesiges Netz unterirdischer Tunnels und Räume gebuddelt. Die Cu Chi Tunnel kann man heute besuchen, was wir uns nicht entgehen lassen wollten und darin beinahe steckenblieben.

Habe ich schon erwähnt, dass wir in Saigon viel Zeit mit Herumlaufen zugebracht haben? Haben wir nämlich.

Ein paar Dinge sind uns besonders aufgefallen:

  • In Saigon fahren unzählige Töfflis in alle Richtungen
  • Saigon ist so sauber wie Zürich (ja wirklich!)
  • Saigon ist eine moderne Stadt, die an der Entstehung einer asiatischen Grossstadtsskyline arbeitet.
  • Es scheint als würden in Saigon Millionen Motorräder dir auf der falschen Spur entgegenkommen.
  • Saigon ist eine grüne Stadt, es gibt viele grosszügige, sehr gepflegte Parks.
  • Die grösste Baustelle der Stadt bildet die Metro, die irgendwann in der Zukunft fertig gebaut sein wird.
  • Habe ich schon erwähnt, dass die Verkehrsituation auf Grund der vielen motorisierten Zweiräder schwer zu fassen ist.

 

Um einen Herzinfarkt oder auch Unfall zu vermeiden, stiegen wir nach ein paar Tagen in den Bus Richtung Mui Ne…

erster McDonalds von Vietnam

Ein Burger mit ein bitzli Ketchup in einem Brötchen tönt nach fast zwei Monaten Reis essen sehr verführerisch. Dank dem Internet erfuhren wir,  dass vor knapp einem Monat der erste McDonalds von Vietnam in Ho Chi Minh City eröffnet wurde. Das wollten wir uns näher ansehen (und einen Burger essen).

Schlange vor dem Eingang, zumindest vorgesehen
Schlange vor dem Eingang, zumindest ist sie vorgesehen

Im kommunistisch geprägten Vietnam ist das Prinzip der schnellen Bestellung (noch?) nicht sehr verbreitet, daher müssen alle Leute erzogen werden. So muss man schon vor dem Eingang seine Bestellung mit Hilfe einer Menukarte (!) auf einen Zettel aufschreiben.  Anschliessend wird man hineinbegleitet und die Bestellung wird digital aufgenommen. Dann wird man einer Kasse zugewiesen. Dort versichert sich die Kassiererin noch einmal, ob die Bestellung korrekt ist, und nach kurzem Warten  (und Bezahlen) erhält man schliesslich den langersehnten Burger.

zack und schon ist der Burger wieder weg
Mampf und schon ist der Burger wieder weg: fastfood
wer will das nicht, ein Erinnerungs-T-Shirt an den McDonalds Besuch
Wer will das nicht? Ein Erinnerungs-T-Shirt an den McDonalds Besuch.