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Hong Kong

Über unsere Zugfahrt von Kunming nach Hong Kong wurde ja schon viel schreibenswertes geschrieben, aber für ein paar Bilder bleibt noch Platz:

Wir hatten viel zu tun in Hong Kong: Unsere Handys und unseren Laptop reparieren lassen, verschiedene Dinge einkaufen, ein neues Postfinance-Onlinebanking Dings von der Post abholen, unsere Reisebuchhaltung nachführen, unseren Blog auf den neuesten Stand bringen, und endlich die weitere Reise detailiert planen.

Da kam uns das nicht ganz optimale Wetter gar nicht ungelegen. Auch suboptimal war wie erwartet die Unterkunfts-Situation. Unser erstes Zimmer konnte gleich mit zwei Superlativen aufwarten: Das kleinste und gleichzeitig das teuerste Zimmer unserer Reise. Auf 6.5 Quadratmetern findet man in Hong Kong Platz für ein Doppelbett, ein WC, eine Dusche, einen Kühlschrank, einen Fernseher, und einen kleinen Schreibtisch.

Nicht im Bild: die restlichen 1.5 m2 des Zimmers.
Nicht im Bild: die restlichen 1.5 m2 des Zimmers.

Das Hostel befand sich in den berüchtigen Chunking Mansions. Ein Tummelplatz der Kulturen von Indien bis Afrika, über den ich schon nach meinem letzten Besuch in dieser Stadt berichtet habe (Benutzer: samuel – Passwort: hexafnord). Geschätzte 20% der Handys welche in Afrika im Umlauf sind waren irgendwann mal in diesem Haus. Eine sehr treffende Zusammenfassung des Time Magazine: Link

Ein weiteres Problem, hervorgerufen durch den notorischen Platzmangel in Hong Kong, sind die vielen Gschäftlimacher, Austauschstudenten und Auslands-Praktikanten, welche zwar in der Stadt arbeiten, aber keine Wohnung finden/sich leisten können, und deshalb die günstigen Hostels verstopfen. In den meisten Hostels kann man deshalb nur maximal 7 Nächte am Stück bleiben.

Zwar gehört Hong Kong seit 1997 offiziell zu China, hat aber in vielerlei Hinsicht weiterhin eine klare Sonderstellung inne. Die Autos fahren links, statt Mandarin wird Kantonesisch gesprochen, die Schriftzeichen sind komplizierter als auf dem Festland, dafür verstehen die Menschen Englisch, das Leben ist teuer, und überall mangelt es an Platz.

Sogar die Trämli werden in die Höhe gebaut...
Sogar die Trämli werden in die Höhe gebaut…

Neben unserem Pflichtprogramm blieben dann aber doch noch einige Tage, welche wir dem Tourismus widmen konnten. So haben wir bei einem chinesischen Zmittag mit Couchsurfern einen sympathischen Spanier kennengelernt, der uns spontan anbot, in seiner WG in Schanghai zu wohnen während unserem Aufenthalt in dieser Stadt. Dazu sicher im nächsten Beitrag noch mehr.

Die wohl verblüffendste Besonderheit Hong Kongs sind die grünen Flächen auf der Karte: 70% der Landfläche bestehen aus praktisch unberührter Natur. In den meisten der winzigen, teuren Wohnungen im Hasenstall-Wolkenkratzer ist man nur eine viertelstündige Busfahrt entfernt von dschungelbewachsenen Hügeln, ausgedehnten Sumpfgebieten und sandbestrandeten Buchten. Zweimal entronnen wir dem Lärm und dem Gewusel für ein paar Stunden für kleine Wanderungen.

Hong Kong war psychologisch irgendwie die Halbzeit unserer Reise. Geografisch macht das nicht viel Sinn, und ob es zeitlich hinkommt, das werden wir noch sehen.

Wir stürzen uns jedenfalls frisch gerüstet und voller Abenteuerlust in die zweite Hälfte!