Odyssee von Xi’an nach Kashgar

Soviel chinesische Hochkultur reichte vorerst und so buchten wir zwei Zugbilette: eines von Xi’an nach Ürümqi in der Provinz Xinjiang (28 Stunden, 2623 km) und eines von Ürümqi nach Kaschgar (26 Stunden, 1558 km). Nathalie wünschte sich dazwischen ein richtiges Bett und eine Dusche, daher haben wir in Ürümqi 24 Stunden pausiert.

 

Die erste Zugsreise führte entlang der chinesischen Mauer in der Provinz Gansu am Rande der Wüste Gobi.

Für diese langen Zugfahrten rüsten wir uns normalerweise mit genügend Hörbüchern und Podcasts, sowie einer Flasche Wein… So schläft sichs besser und man muss nicht soviel aufs WC, wie wenn man Bier trinken würde. In allen Zügen kann man kostenlos heisses Wasser bekommen, sodass wir morgens nicht auf Kaffee verzichten müssen.

In Ürümqi kamen wir früh morgens an. In ganz China gilt offiziell die Pekingzeit. Ürümqi liegt jedoch mehr als 2000 km westlich von Peking. Dementsprechend geht die Sonne später auf. Inoffiziell findet also das Leben in der Xinjiang Zeit – zwei Stunden später – statt.
Ürümqi selbst ist nicht besonders sehenswert – trotz ihres sowjetisch angehauchtem Charmes (Lonely Planet listet drei Sehenswürdigkeiten, wovon wir zwei innerhalb von 3 Stunden abgeklappert haben).

Da die Stadt auf uns nicht sehr einladend wirkte, waren wir froh, dass wir schon unser Zugbillett für Kaschgar besassen.

Also nahmen wir am nächsten Tag gleich ein Taxi zum Bahnhof und den Zug nach Kashgar. Der Zug fuhr zunächst vorbei an einem Salzsee zurück nach Turpan – einer Oasenstadt – und dann über das Tian Shan Gebirge entlang der Taklamakan Wüste bis nach Kaschgar. Der Pass im Tian Shan Gebirge ist knapp 3000 m hoch und bietet eine wunderschön-karge Landschaft.

Nach diesen drei anstrengenden Reisetagen, waren wir froh wieder ein richtiges Bett zu haben und unsere Siebensächeli auszubreiten in unserem netten kleinen nur ein bisschen nach Schafsfleisch riechenden Hostelzimmer in Kaschgar – unserer letzten Station in China.

 

Xi’an

Nach den Badeferien in Südostasien und der ausgedehnten Tour-de-China bedeutete Xi’an den Anfang unserer dritten grossen Etappe: Dem Abenteuer Seidenstrasse.

Xi’an ist mehr als 3000 Jahre alt und damit eine der ältesten Städte Chinas. Unter mehreren Dynastien war es die Hauptstadt des Kaiserreichs. So auch in der Qin-Dynastie rund 200 Jahre vor Christus. Der erste Kaiser der Qin Dynastie, Qin Shi Huang, war mit gesundem Selbstbewusstsein gesegnet, und sehr darauf bedacht, seine Macht auch im Jenseits zu behalten. Deshalb liess er noch zu seinen Lebzeiten während 38 Jahren bis zu 700’000 Sklaven und Arbeiter an seiner Grabstätte bauen. Dieses Denkmal menschlichen Grössenwahns ist heute die Hauptattraktion Xi’ans: Die Terrakotta-Armee.

In der Nähe des eigentlichen Mausoleum des Kaisers liegt eine ganze Armee aus Tonsoldaten begraben. Mehr als 6000 lebensgrosse Soldaten, von denen keine zwei gleich aussehen, dazu 40 von je vier Tonpferden gezogene Streitwagen, Waffen, Rüstungen und tausende andere wertvolle Fundstücke.

Die Ausgrabungsstätte ist mittlerweile von mehreren Flugzeughangargrossen Hallen überdacht, und kann besichtigt werden. Erst ein kleiner Teil der Armee wurde bisher ausgegraben, und man kann den Archäologen bei ihrer Arbeit zuschauen. Da die meisten der mit Holz gedeckten Katakomben eingestürzt sind, müssen viele Tonsoldaten mühsam aus ihren Bruchstücken zusammengesetzt werden.

Die ganze Anlage birgt noch viele Geheimnisse und Rätsel, und wird die Archäologie noch für eine Weile beschäftigen. So wurde das eigentliche Grab des Kaisers noch gar nicht angetastet. Es gibt jedoch Gerüchte dass  in seinen Grabkammern ein Modell des damaligen Chinesischen Reichs nachgebaut wurde, mit Seen und (fliessenden) Flüssen aus Quecksilber (!).

Xi’an ist auch eine der wenigen historischen Städte Chinas, die noch über eine intakte Stadtmauer verfügt. In vielen anderen Städten mussten diese in den fünfziger Jahren dem unzimperlichen Fortschrittsglauben der Maoisten weichen, und wurden durch breite Strassen und sozialistische Betonklötze Prachtbauten ersetzt. Xi’an wurde dieses Schicksal irgendwie erspart, und die prächtige, 14 Kilometer lange Stadtmauer macht heute einen wichtigen Teil des speziellen Charmes dieser Stadt aus. Die geplante Velotour auf der Mauer am zweiten Tag unseres Aufenthalts fiel leider buchstäblich ins Wasser, durch einen vollen Tag totales Scheisswetter.

Nathalie’s Highlight und einer der bisher coolsten und einzigartigsten Touristenattraktion sind wir abends beim Bummeln durch Xi’an begegnet: Das mobile Observatorium montiert auf einem klapprigen Dreirad-Töff.

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Die Sterne Der Mond steht gut für unsere nächste grosse Odyssee, die uns entlang der Seidenstrasse zunächst in den wilden Westen Chinas führen wird und von dort über Kirgistan nach Usbekistan in die legendären Oasenstädte Samarkand und Buchara.

Um unser Treffen mit Dania und Martin trotz ihrer wahnsinnigen Geschwindigkeit und unseres Schneckentempos doch noch Wirklichkeit werden zu lassen, haben wir uns für eine Planänderung entschieden. Statt Usbekistan – Kasachstan – Aserbaidschan – Georgien – Türkei, werden wir nun der Seidenstrasse weiter folgen: Nach Usbekistan durchqueren wir Turkmenistan (Inshallah) und den Iran um in die Türkei zu gelangen (statt das kaspische Meer auf einem Frachter zu überqueren von dem niemand weiss ob er noch existiert). Der Ausflug ins Schlaraffenland Georgien behalten wir uns aber vorerst noch vor!

Westwärts!
Westwärts!

Peking

Länger wollten wir die Gastfreundschaft von Alex, Weiwei und Nathan nicht mehr beanspruchen und so zogen wir weiter nach Peking zurück ins richtige China, das wir seit Kunming ein bisschen vermisst hatten.

Am bequemsten fährt man per Zug von Shanghai nach Peking. Und was für ein Zug, dies freute Samuel ganz besonders. Der chinesische Superschnellzug ist wirklich beeindruckend – er fährt im Normalfall mit 300 km/h durch das chinesische Flachland. Dadurch lohnt es sich nicht mehr einen Nachtzug zu nehmen, denn für die 1300 km Strecke braucht man knapp fünf Stunden.

Da klatschen die Chinesen: 301 km/h
Da klatschen die Chinesen: 301 km/h

Was macht man in Peking?

  • Man besucht die verbotene Stadt:

Die verbotene Stadt ist ja nicht verboten, wie man an den Unmengen von Touristen sehen kann. Sie heisst so, weil sie es einmal war, als es noch Kaiser gab in China (bis 1912). Das Betreten der verbotenen Stadt wurde für Normalsterbliche mit dem Tode bestraft. In der verbotenen Stadt lebte die kaiserliche Familie und die Konkubinen des Kaisers (welche übrigens von dessen Mutter ausgewählt wurden), sowie etliche Eunuchen. Nur in bestimmten Gebäuden wurden Audienzen abgehalten und Politik betrieben.

Wie in einer WG kam es dadurch auch zu Konflikten (insbesondere das heikle Verhältnis zwischen den Kaiserinnen und den Konkubinen führte oft zu Streitigkeiten), welche -anders als in einer WG- ab und zu tödlich endeten.  Wer mehr darüber wissen will, wird zum Beispiel hier fündig.

Bei uns ist er ja berühmt wegen Dingen, die ich hier und jetzt nicht schreibe, da ich noch ein bisschen in China bleiben will. Hier ist er berühmt wegen des Mao Mausoleums (kurz Maosoleum). Uns hat er beeindruckt wegen des absolut grössten Fernsehers wos je heds gids und wegen den Elektromobilabfallhinterherdüser.

Auch sonst ist der Platz sehr gross und man kann die freundliche  sowjetische Unterstützung beim Bau der umliegenden Gebäuden wirklich gut erkennen.

  • Man macht einen Ausflug zur grossen Mauer:

Schon der erste Kaiser von China (das ist der mit der Terracotta Armee) liess ca 200 v. Chr eine Mauer bauen gegen die Barbaren im Norden (die Mongolen).  Seine Nachfolger liessen sich nicht lumpen und bauten auch Mauern, sodass es nicht “eine” chinesische Mauer gibt, sondern viele. Auch wurden die Mauern immer weiter nördlich gebaut, sodass sich zum Teil die Barbaren auf einmal assimiliert und herrschend südlich der Mauer befanden. Kann passieren. Die bei uns bekannte Mauer stammt aus der Ming Dynastie (das sind die mit den Porzellanvasen, die so wertvoll sind und trotzdem immer kaputt gehen). Heute beeindruckt die Mauer vor allem durch ihre Länge. Schon 1754 behauptete der Engländer William Stuckeley: “This mighty wall of four score miles in length (Hadrian’s Wall) is only exceeded by the Chinese Wall, which makes a considerable figure upon the terrestrial globe, and may be discerned at the Moon.”  Dem ist nicht so, weil sonst müsste man jede Autobahn auch sehen:

was sieht man wahrscheinlich besser aus dem Weltall: Mauer oder Autobahn?
was sieht man wahrscheinlich besser vom Mond aus: Mauer oder Autobahn?

Übrigens ist die grosse Mauer von China Unesco Weltkulturerbe. Im Gegensatz zu anderen Unesco Weltkulturerben ist die Mauer jedoch gross genug, sodass sich die Touristen gut verteilen können.

Das Stadion auch bekannt als Vogelnest wurde von  zwei ETH Architekten  (Link geht auf Wikipedia, weil die Webseite ist für meine Verhältnisse ein bisschen zu künstlerisch) für die Olympiade 2008 gebaut. Überhaupt ist das ganze Olympia Areal einen Ausflug wert (nur schon wegen der Drachen die alle Leute dir verkaufen wollen, und Sämi bald bald auf Ebay Hong Kong bestellt). Auch das olympische Schwimmbad wurde damals berühmt. Anscheinend könnte man die ganze Schwimmhalle auf die Seite kippen, ohne dass sie kaputt ginge, weil die Struktur derjenigen von Seifenblasen nachempfunden wurde, die über eine sehr geringe Oberflächenspannung verfügen.

  • Man spaziert durch die Stadt und geniesst den chinesischen Alltag:

Die Hutong – labyrinthische kleine Gässchen mit Steinhäuschen sind wirklich sehr hübsch anzusehen und man kann sich leicht verirren.  Da in China früher niemand eine eigene Uhr hatte (ganz früher), wurden extra Türme gebaut mit dem Ziel die Zeit zu messen und den Leuten mitzuteilen. Die Zeitangabe erfolgte beim Glockenturm mit Glocken und beim Trommelturm mit Trommeln (daher die Namen!).
Auch sehenswert sind der Lama Tempel, der auch ein bisschen tibetisch angehaucht ist. Dort befindet sich laut Guiness Buch der Weltrekorde eine 18m hohe Buddhastatue, die aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzt wurde – fotografieren ist dort leider verboten (gäll Sämi).

Völlig unverhofft mussten wir keine grossen Visabürokratien bearbeiten (auch das geht heutzutage grössten Teils online) , also beschlossen wir doch noch nach Xi’an zu reisen um die berühmten Terracotta Soldaten anzuschauen.

 

Shanghai

Da wir uns in Hong Kong elektronisch aufgerüstet hatten, konnten wir das Mekka der internationalen Geschäftlimacher verlassen und mit dem Zug nach Shanghai fahren.

In Hong Kong hatten wir ja Alex aus Shanghai getroffen, der uns spontan zu sich eingeladen hat. Nur waren wir vor ihm dort und so telefonierten wir mit seinen Mitbewohnern hin und her bis wir schliesslich den Schlüssel zur Wohnung hatten.  So residierten wir in Shanghai in einer lustigen WG mit Weiwei, die für Miss Earth China arbeitet und fliessend Mandarin, Russisch und Englisch spricht, Nathan aus Genf, der bei einer chinesischen Softwarefirma ein Praktikum macht und Alex aus Saragossa, der eigentlich Philosophie studiert aber gerade in Shanghai für ein mexikanisches online Magazin arbeitet, und als Hobby gerne Haare schneidet:Wir sind allen drei sehr dankbar, dass wir während fast einer Woche ihr Wohnzimmer besetzen durften und wünschen weiterhin fröhliches Zusammenwohnen.

¡Gracias!   谢谢  Merci beaucoup!

Nebst dem Couchsurfen haben wir selbstverständlich auch die Stadt  tourismisiert. Allen voran: the skyline. Wir wollten euch hier exklusiv die Skyline als youtube Filmli, frisch aufbereitet  hinter der chinesischen Firewall der glücklichen Harmonie oder so bieten, leider reicht dazu die Bandbreite und die Geduld nicht ganz. Dafür gibts ein Farbfoto:

I ♥ Schaffhausen...
I ♥ Schaffhausen…

Ein Bild sagt mehr als Tausend Worte, Zwanzig Bilder sagen demnach mehr als 20’000 Worte. Hier also ein paar Bilder von Schaffhausen Shanghai:

Es bleibt der Eindruck dass Shanghai ein bisschen eine Spielwiese für Architekten ist. Für die Architekturfreunde unter unseren Lesern (Hoi Mia!) hier eine kleine Zusammenstellung der Möglichkeiten in Shanghai ein Hochhaus zu bauen:

Shanghai war eine der ersten Städte in China, in welcher der Handel mit ausländischen Barbaren (Engländer, Franzosen, ihr wisst schon) vom Kaiser erlaubt wurde, nachdem die Engländer 1842 den ersten Opiumkrieg gewonnen hatten. Nun wo die Geldmacherei erlaubt war, kamen als erste die Engländer und bauten ihr Quartier, in welchem sie nach ihren eigenen Gesetzen leben durften. Nach und nach kamen andere Ausländer: Franzosen, Amerikaner und Japaner. In diesem Chaos aus unterschiedlichen Hoheitsgebieten, freiem Handel und blühender Industrie gründeten ein paar arbeitslose Seemänner die Grüne Bande und die Rote Bande, welche in mafiösen Strukturen bis in die Zwanziger Jahre Shanghai kontrollierten. In diesem Sumpf aus Drogenhandel, Prostitution und Glückspiel entstand der Ruf Shanghais als abenteuerliche Stadt. Kein Wunder bezeichnet schanghaien eine unethische Methode Seeleute anzuwerben.

Auf Empfehlung von Alex haben wir von Shanghai aus einen Abstecher nach Suzhou unternommen. Mit dem Ultrachinesischnellzug dauerts nur eine halbe Stunde bis zum “Städtchen” Suzhou (6.7 Mio. Einwohner). Die Altstadt ist durchzogen von Wasserkanälen, sodass die Stadt auch “Venedig des Ostens” genannt wird. Nebst den Kanälen ist Suzhou auch für die schönen chinesischen Gärten bekannt.

Nach einem Tag auf dem Land gingen wir zurück in die Metropole Shanghai. Dort trafen wir Thomas, den Bruder von Cait, den wir an deren Hochzeit in Kuala Lumpur getroffen hatten. Mit Thomas gingen wir essen und tranken anschliessend einige Biere und jetzt können wir uns nicht mehr ganz an alles erinnern. Leider sind auf den meisten Fotos dieses Abends nur verschwommene Flecken zu sehen, weshalb wir hier auf eine Veröffentlichung verzichten. Es war auf jeden Fall ein lustiger Abend und wir haben es sehr genossen. Danke viel Mal.

Nach fast einer Woche in Shanghai war es an der Zeit den grossen Zug der Volksverständigung zu nehmen und nach Peking zu düsen.

Und zum Schluss noch dies:
Samuels neue Frisur bei Ankunft in Peking, wo er sicher in einem Coworkingspace ein paar Projekte realisieren wird und in Zürich auch.

Samuel neu ein bisschen "berlinisch"
Samuel neu ein bisschen “berlinisch”

 

Hong Kong

Über unsere Zugfahrt von Kunming nach Hong Kong wurde ja schon viel schreibenswertes geschrieben, aber für ein paar Bilder bleibt noch Platz:

Wir hatten viel zu tun in Hong Kong: Unsere Handys und unseren Laptop reparieren lassen, verschiedene Dinge einkaufen, ein neues Postfinance-Onlinebanking Dings von der Post abholen, unsere Reisebuchhaltung nachführen, unseren Blog auf den neuesten Stand bringen, und endlich die weitere Reise detailiert planen.

Da kam uns das nicht ganz optimale Wetter gar nicht ungelegen. Auch suboptimal war wie erwartet die Unterkunfts-Situation. Unser erstes Zimmer konnte gleich mit zwei Superlativen aufwarten: Das kleinste und gleichzeitig das teuerste Zimmer unserer Reise. Auf 6.5 Quadratmetern findet man in Hong Kong Platz für ein Doppelbett, ein WC, eine Dusche, einen Kühlschrank, einen Fernseher, und einen kleinen Schreibtisch.

Nicht im Bild: die restlichen 1.5 m2 des Zimmers.
Nicht im Bild: die restlichen 1.5 m2 des Zimmers.

Das Hostel befand sich in den berüchtigen Chunking Mansions. Ein Tummelplatz der Kulturen von Indien bis Afrika, über den ich schon nach meinem letzten Besuch in dieser Stadt berichtet habe (Benutzer: samuel – Passwort: hexafnord). Geschätzte 20% der Handys welche in Afrika im Umlauf sind waren irgendwann mal in diesem Haus. Eine sehr treffende Zusammenfassung des Time Magazine: Link

Ein weiteres Problem, hervorgerufen durch den notorischen Platzmangel in Hong Kong, sind die vielen Gschäftlimacher, Austauschstudenten und Auslands-Praktikanten, welche zwar in der Stadt arbeiten, aber keine Wohnung finden/sich leisten können, und deshalb die günstigen Hostels verstopfen. In den meisten Hostels kann man deshalb nur maximal 7 Nächte am Stück bleiben.

Zwar gehört Hong Kong seit 1997 offiziell zu China, hat aber in vielerlei Hinsicht weiterhin eine klare Sonderstellung inne. Die Autos fahren links, statt Mandarin wird Kantonesisch gesprochen, die Schriftzeichen sind komplizierter als auf dem Festland, dafür verstehen die Menschen Englisch, das Leben ist teuer, und überall mangelt es an Platz.

Sogar die Trämli werden in die Höhe gebaut...
Sogar die Trämli werden in die Höhe gebaut…

Neben unserem Pflichtprogramm blieben dann aber doch noch einige Tage, welche wir dem Tourismus widmen konnten. So haben wir bei einem chinesischen Zmittag mit Couchsurfern einen sympathischen Spanier kennengelernt, der uns spontan anbot, in seiner WG in Schanghai zu wohnen während unserem Aufenthalt in dieser Stadt. Dazu sicher im nächsten Beitrag noch mehr.

Die wohl verblüffendste Besonderheit Hong Kongs sind die grünen Flächen auf der Karte: 70% der Landfläche bestehen aus praktisch unberührter Natur. In den meisten der winzigen, teuren Wohnungen im Hasenstall-Wolkenkratzer ist man nur eine viertelstündige Busfahrt entfernt von dschungelbewachsenen Hügeln, ausgedehnten Sumpfgebieten und sandbestrandeten Buchten. Zweimal entronnen wir dem Lärm und dem Gewusel für ein paar Stunden für kleine Wanderungen.

Hong Kong war psychologisch irgendwie die Halbzeit unserer Reise. Geografisch macht das nicht viel Sinn, und ob es zeitlich hinkommt, das werden wir noch sehen.

Wir stürzen uns jedenfalls frisch gerüstet und voller Abenteuerlust in die zweite Hälfte!

chinesische Wasserveredelung

In China sollte man nicht das Leitungswasser trinken wenn man gewisse körperliche Unannehmlichkeiten verhindern möchte. Dies ist Angesichts des Zustandes der meisten sanitären Anlagen sehr zu empfehlen.

Die Chinesen kochen vor dem Trinken das Wasser ab und meist trinken sie es heiss (Kaltes zu trinken gilt hier als ungesund, leider wird meist sogar das Bier ungekühlt serviert). Zudem sind Wasserspender mit 10l Tanks weitverbreitet. Auch in vielen Wohnungen befinden sich solche. Nun ist Mineralwasser ein Vielfaches teuerer als Hahnenwasser (hier nicht anders als bei uns). Eine innovative Firma hat hier eine Marktlücke entdeckt und stellt folgende Automaten auf:

Wasseraufbereitungsautomat- sehr vertrauenswürdig
Wasseraufbereitungsautomat- sehr vertrauenswürdig

Für 3 Geld kann man seine zehn Liter Hahnenwasser in gesündestes Trinkwasser umwandeln.

Wasseraufbereitung - einfach dargestellt
Wasseraufbereitung – einfach dargestellt

Wir stellen uns das Innere des Automaten in etwa so vor. Unsere Experimentierfreude kennt Grenzen und so begnügen wir uns mit Mineralwasser aus der Flasche…