Taschkent

Aus dieser Stadt gäbe es eigentlich nicht viel zu erzählen, wäre Taschkent nicht Hauptstadt und diktatorisches Machtzentrum von Usbekistan.

Die einzige touristische Aktivität, für die wir uns Zeit genommen haben, war der Besuch des Eisenbahnmuseums – eine bunte Sammlung von sowjetischen Maschinen, die gewisse Mitreisende sich nicht entgehen lassen wollten. Deshalb muss ich (Samuel) diesen Artikel schreiben und euch mit vielen Fotos langweilen beglücken.

Angetan hat es uns in Taschkent auch die Metro. In den wunderschönen Stationen fühlt man sich in die siebziger Jahre zurückversetzt, und das völlige Fehlen von Werbung ist richtig entspannend. Da das Metrosystem in einen Atomschutzbunker umfunktionierbar ist, darf man leider nicht fotografieren. Für dieses Foto der Station “Kosmonavtlar” haben wir die Deportation riskiert, aber es hat sich gelohnt:

Kosmonavtlar
Kosmonavtlar

In Taschkent konnten wir uns auch mit dem usbekischen Geld vertraut machen. Die Hundertdollarscheine die wir seit Bischkek mit uns rumtragen, tauschten wir im Schwarzmarkt gegen je dreihunderttausend “Som” ein (Bei der Bank oder am Bankomat würden wir etwa 30% weniger kriegen). Da man in Usbekistan davon überzeugt ist, dass die Inflation bald gestoppt und umgekehrt(!) wird, hat die grösste gebräuchliche Note einen Wert von 1000 Som (Die neuen 5000er sind noch ziemlich selten). Das sieht dann so aus wie im folgenden Bild, wir mussten das Portemonnaie gegen eine Umhängetasche tauschen.

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So sehen fünfzig Franken in Usbekistan aus

Daneben kriegten wir in Taschkent vor allem einen kurzen Einblick in den autoritären Polizeistaat der Usbekistan heute ist:

  • Uniformierte Menschen an jeder Strassenecke (buchstäblich)
  • Strenges Fotografierverbot von öffentlichen Gebäuden, Infrastruktur, etc. (Im Zweifelsfall einen der oben genannten Uniformierten fragen, weit kann er nicht sein)
  • Passkontrolle und Registrierung an Checkpoints alle paar Kilometer auf der Strasse, vor jeder Metrofahrt, um ein Zugbillet zu kaufen, etc.

Diktator Karimov war 1991 Chef der kommunistischen Partei der usbekischen Republik. Nach dem Zerfall der Sowjetunion benannte er seine Partei kurzerhand um zur “Volksdemokratischen Partei Usbekistan” und liess sich mit überwältigender Mehrheit zum ersten Präsidenten wählen. Seither hält er seine Macht mit den bewährten Methoden eines seriösen Diktators:

Die internationale Gemeinschaft drückt grosszügig beide Augen zu, so lange das wertvolle Erdgas weiter fliesst (Europa), und man die Militärbasen für Operationen in Afghanistan nutzen kann (USA).

Nach zwei Nächten im Gasthaus “Gulnara” (Zur Bedeutung dieses Namens schreibt Nathalie bald noch was) verliessen wir die Usbekische Hauptstadt ohne ihr eine Träne nachzuweinen, in Richtung der Tourismusmetropole Samarkand. Dort ist der Polizeistaat gut hinter den renovierten Fassaden versteckt.

ein Vorgeschmack auf Samarkand - französische Reisegruppe
Ein Vorgeschmack auf Samarkand – französische Reisegruppe im besten Alter

Ein Gedanke zu „Taschkent“

  1. Isch doch schön! Kei nervigi Touris und so.
    Keis Astoh bim Mc Donalds oder bim Glacestand….

    Die Loks gsehnd super us, aber de Chessel würdi nüme ifüüre!!!

    Lg Be

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